14.01

Atemlos

Draußen prasselt der Regen an die Fenster und ich schlüpfe lieber in meine dicken Wollsocken, als meine Nase vor die Türe zu strecken. Auch wenn ich es draußen liebe, im Januar bin ich eher lieber drinnen. Endlich habe ich Zeit euch diese atemberaubende Hochzeit aus dem August 2014 zu zeigen. Das Brautpaar lernte ich wie so oft einige Monate vor der Hochzeit persönlich kennen. Bald merkten wir, dass die Chemie stimmte und unsere Ideen wunderbar miteinander harmonierten. Sie berichteten mir, dass sie in der neuen Kölner Flora feiern würden und ich war besonders gespannt. Denn die Flora war bis dahin noch eine kahle Baustelle und sollte im letzten Juli fertig gestellt sein. Einige Male war ich schon im Park um die Flora herum gewesen und habe mir neugierig die Fortschritte angeschaut. Kurz vor der Hochzeit traf ich dann das Brautpaar an der Flora um mir alles anzusehen und es war einfach perfekt geworden.

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Meine Vorfreude auf die Hochzeitsreportage der Beiden steigerte sich ins Unermessliche. Als es dann am 30.08.2014 soweit war, packte ich meine Assistentin Nina und mein Equipment ins Auto und fuhr zum Hotel im Wasserturm in dem das Getting Ready der Braut statt fand. Dort trafen wir nicht nur auf die Braut, die uns warmherzig und gut gelaunt empfing, sondern auch auf die immer gut gelaunte und talentierte Anne-Marie Dargas von Styling Atelier „Les Allures“. Es war eine tolle Atmosphäre - wir haben so viel gelacht an diesem Morgen und es war einfach eine wunderbare Zeit beim Brautstyling dabei zu sein. Denn ich hatte genügend Zeit um die Details in Ruhe abzulichten und auch noch den Feinschliff beim Braut-Make Up zu fotografieren. Nachdem die glücklich strahlende Braut Andrea fertig war, machte ich noch ein paar Portraits und wir fuhren los zur Lutherkirche in Köln-Nippes, denn dort fand die kirchliche Trauung statt.

Der Bräutigam Sebastian empfing schon die Hochzeitsgäste und ich konnte schon anfangen die Stimmung vor Ort einzufangen. In einem etwas ruhigeren Moment machte ich auch ein paar Portraits vom Bräutigam und sprach mich mit dem Pfarrer ab. Das Brautpaar hatte beschlossen die Kirche gemeinsam zu betreten und deswegen wartete Sebastian draußen auf seine Andrea. Eigentlich hatte er die Anweisung mit dem Rücken zum Wagen zu warten, bis Andrea bei ihm war, aber er konnte es nicht erwarten und drehte sich schon früher um. Die Freude darüber, wie schön seine Braut war, war ihm ins Gesicht geschrieben. Endlich durfte sie sich in die Arme schließen und gemeinsam die Kirche betreten. Die Zeremonie der beiden war zauberhaft und sehr persönlich, ich bewegte mich nicht zuviel, damit ich die Aufmerksamkeit nicht auf mich zog und meine Assistentin setzte sich, wie so oft, in eine der hinteren Reihen und konnte so sogar  die Gemeinde von hinten gesanglich ergänzen :D.
Es gab ein paar entzückende Blumenkinder, die alle stolz darauf waren, diese wichtige Aufgabe zu haben. In der Kirche wurde es etwas wuselig, aber draußen konnten wir sie alle noch einmal zusammen rufen, damit sie den Vorplatz vor der Kirche weiter bestreuen und ich davon natürlich ein paar Fotos machen konnte. Bei den Gratulationen gab es große und kleine emotionale Momente und wir trafen auch alte Bekannte von einer Hochzeit aus der Saison wieder. Ich finde es toll, dass die Welt doch oft so klein ist und wie man hier so schön sagt: Köln ist halt ein Dorf! 
Leider hatten wir nicht viel Zeit zum Quatschen, denn die Gratulationen liefen weiter und ich möchte dann auf gar keinen Fall etwas verpassen. Später am Abend hatten wir dann wenigstens ein paar Minuten mehr Zeit.

Nach dem großen Gruppenbild fuhr ich dann gemeinsam mit dem Brautpaar in einem schicken Oldtimer zur Kölner Flora.

Der Raum war traumhaft dekoriert und mir verschlug es die Sprache, diese Hochzeitslocation war wirklich perfekt. Dort begegnete ich dem einmaligen und wunderbaren Hochzeits-DJ René Pera. Wir freuten uns sehr, dass wir wieder gemeinsam auf einer Hochzeit sein durften. Es ist immer fantastisch, wenn René für die musikalische Abendbegleitung sorgt. Er hat einfach das perfekte Gespür für die passende Musik. 
Wie so oft auf einer Hochzeit hatte ich keine Zeit zu quatschen, denn ich durfte mich ein paar Minuten mit den Fotos von der Hochzeitsdekoration austoben bis das Brautpaar mit der Hochzeitsgesellschaft auch nach oben kam. Alle waren hungrig und so ging es auf die Dachterrasse zur Hochzeitstorte und zum Kuchenbuffet. Catering Kirberg sorgte dafür, dass es den Gästen an nichts fehlte und dass alle zufrieden waren. Das Brautpaar schnitt auch ziemlich bald die Torte an, denn auf leeren Magen feiert es sich nicht so gut. Hier legten wir auch zum ersten Mal an diesem Tag eine kurze Pause ein und stärkten uns etwas. Ich merke immer wieder, wie wichtig die Pausen sind. Nicht nur für meinen Körper zur Erholung, denn die Kameras wiegen je ca. 2,5 kg und davon hab ich meistens zwei um die Schultern hängen, sondern auch für meinen Kopf und meine Augen, die ständig durch den Sucher schauen. Trotzdem füge ich die Pausen immer so ein, dass sie zum Tagesablauf passen.


Vor und nach der Pause hielten wir Rücksprache mit der Schwester des Bräutigams, denn sie hatte eine Überraschung für das Brautpaar geplant in Form von Luftballons. Alles lief nach Plan und die Freude des Brautpaares über die Ballons war groß und das Brautpaar ließ sie mit den Gästen gemeinsam mit Wünschen für das Brautpaar in den Kölner Himmel steigen. Endlich durfte ich Andrea und Sebastian zum Brautpaarfotoshooting entführen und wir nutzten die Möglichkeiten der Flora, die an einem Samstag jedoch recht gut besucht war. Wir ließen uns nicht stören und alberten ein bisschen herum auch bei den anschließenden Fotos mit Trauzeugen und Familie hatten wir viel Spaß, denn wenn viele gut gelaunte Menschen zusammen kommen, können die Köpfe schon mal vor Ideen sprühen.

Wieder oben im Saal der Flora angekommen, begann der offizielle Teil und das Essen. Hier legte ich die zweite Pause ein, da ich bei dieser 14 Stunden Reportage schon mit meinen Ressourcen haushalten musste und etwas richtiges zu Essen ist schließlich wie Benzin für den Motor ;).
Dabei konnten wir uns dann auch ein bisschen mit René Pera unterhalten und uns auf den neuesten Stand bringen. Zwischen den Gängen gab es Reden und wunderbare Programme der Trauzeugen, Freunde und der Familie und das ganze wurde dann gekrönt vom Beginn der Hochzeitsparty durch den Hochzeitstanz vom Brautpaar. Ich fotografierte noch ca. eine Stunde der Party und dann war der Tag für mich vorbei. Einerseits war ich traurig, dass wir gehen mussten, andererseits war mir klar, dass ich schon sobald ich nach Hause komme, die Folgen für meinen Einsatz zu spüren bekomme.
Um es bildlich auszudrücken: Ich schlage nach so einer langen Hochzeit in meinem Bett ein wie ein Asteroid!
Ich bin dann glücklich, aber platt und nicht mehr vom Fleck zu bewegen. Trotz Erschöpfung nach so langen Einsätzen liebe ich meinen Job, denn ich habe die Chance die wichtigsten Momente für andere einzufangen und daran teilhaben zu dürfen. Ich habe die Chance meinen Traumberuf ausüben zu können und meine kleinen Babies (die Fotos) an meine Kunden geben zu können, die sie wertschätzen so wie Andrea und Sebastian! 
Vielen Dank, dass ihr mir euer Vertrauen geschenkt habt und mich gebucht habt! Ich wünsche euch von Herzen, dass ihr so ausdauernd, so voller Energie und so wunderbar glücklich bleibt und dass es euch und euren Familien immer gut ergeht! Alles Gute und auf ein hoffentliches Wiedersehen!